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FS-Blog

Das freisinnige Blog von Fritz Schmude.

Drei Wege zum Politikerglück

2013-07-23 22:50
Es ist ja kein Geheimnis, dass ich Mitglied der Alternative für Deutschland bin und für September 2013 zu ihrer Wahl aufrufe.
Auch der Grund dafür ist bekannt:
Unter dem Vorwand, "den Euro zu retten", in Wirklichkeit aber nur zu dem Zwecke, unter Ignorierung der wirtschaftlichen Realitäten die "soziale" Ausgabenpolitik fortführen zu können, findet in aller Offenheit der größte Raubzug der europäischen Wirtschaftsgeschichte seit 1923 statt.
Der Raub an den wenigen in Europa, die noch arbeiten, zu Gunsten der Mehrheit, die vom Staat abhängt, sowie zu Gunsten der Halter der Schuldtitel der europäischen Staaten, findet auf 3 Wegen statt:
1. Schuldenmachen
2. Inflation
3. Enteignung

Um an diesen Mechanismen etwas zu ändern, wird es nicht ausreichen, einfach nur eine neue Partei zu wählen - obwohl das natürlich ein guter Anfang ist.
Die Misere hat ihre Wurzeln tief in unserem typisch deutschen, antiliberalen Denken.

Schuldenmachen


Bereits Ludwig Erhard warnte davor, dass der populistische Weg, zu jeder Wahl neue "soziale" Wohltaten auf Schuldenbasis zu verteilen, einen Staat nur in den Bankrott führen kann.
Es wollte halt keiner hören.
Im Gegenteil: Jeder zaghafte Ansatz zu mehr Verantwortung in Finanzdingen wurde und wird sofort mit dem Schlachtruf "böse brutale Sparpolitik!" niedergeschrien, fast immer mit Erfolg.
Die brutale, böse Sparpolitik sieht momentan so aus, dass FAST ALLE Euroländer auch in diesem Jahr ihre Schuldenstände weiter erhöhen.
Offenbar sieht es für unsere Politiker und ihre Wähler so aus, als sei das Schicksal Griechenlands ein erstrebenswertes!
Auch Deutschland ist keine Ausnahme im weiten Feld des Sozialpopulismus.
Ausgerechnet CSU-Chef Horst Seehofer möchte sich in Zeiten der Schulden-Höchststände als oberster Babybetreuer der Nation profilieren und seine Wähler mit einer komplett neuen Sozialleistung beglücken.
Was ich von neuen Pflanzen im "sozialen" Bürokratiedschungel halte, habe ich schon mal geschrieben, also hier keine weiteren Details dazu.

Hier soll mal nur der Zusammenhang genügen, dass jeder Euro, der auf Schuldenbasis ausgegeben wird, in der Zukunft mehrfach bezahlt werden muss.

Es Politikern zu erlauben, im Namen des Volkes Schulden zu machen, ist Raub an allen, die in 5, 10 und mehr Jahren noch in diesem Lande leben müssen.

Abhilfe kann nur sein, im Rahmen einer Volksabstimmung eine totale Schuldenbremse ins Grundgesetz zu schreiben.
Dazu wird unser Dödelvolk, das bereits bei den alljährlichen "Jahrhundert"-Hochwassern nach den heiligen Politikern ruft, vermutlich nicht bereit sein.
Ooh, oooh, was, wenn mal gaanz schlimme Notlagen kommen?
Nun, liebe Mitbürger, dann ist der Staat mit Sicherheit der letzte, der Dir hilft.
Im Gegenteil, er wird mit dem gepumpten Geld stets nur das machen, was er in der Vergangenheit auch schon getan hat: Es verschwenden.

Schuldenbremse jetzt. Und zwar total. Keine Netto-Kreditaufnahme für keine politische Ebene.

Ooh, oooh, aber dann kann der Staat doch gar nicht mehr "investieren"!
Nun, liebe Mitbürger, kann er eben schon, halt mit den Überschüssen, die er klugerweise erwirtschaftet.
So wie es viele Familienunternehmen seit Generationen erfolgreich vormachen.

Inflation


Seit 2010 sind unsere Politiker so tief gesunken, dass sie zu einem Mittel gegriffen haben, welches in Deutschland in Friedenszeiten zuletzt 1923 (damals aber unter Zwang von außen) zur Anwendung kam: Der Inflation.
Wenn einem die Banken schon nichts mehr leihen, weil man gar so verantwortungslos herumgeprasst hat, dann könnte man doch einfach sein Geld selbst drucken, und die Ausgaben ungeniert weiter in die Höhe schrauben!
Geniale Idee! Nach Mugabe (Simbabwe), den argentinischen Foltermilitärs und vielen anderen ekligen Gestalten, die zu Recht in den Abgründen der Geschichte versunken sind, haben die Euroretter beschlossen, hinzugehen und des Gleichen zu tun.

Inflation ist ein noch größeres Verbrechen als die Schuldenmacherei.
Während eine Staatspleite "nur" ein singuläres Ereignis ist, vielleicht vergleichbar mit einem Erdbeben, so ist die Inflation eine dauerhafte Vergiftung der gesamten Gesellschaft.
Schuldenmacher werden belohnt, Sparer werden bestraft.
Arbeiter werden bestraft, Schuldenjongleure werden belohnt.
Lügner werden belohnt, Wahrhaftige bestraft.

Die Lüge bekommt einen Vorteil, die Wahrhaftigkeit hat das Nachsehen.

Eine Gesellschaft, die sich auf dem immer billigeren Geld ausruht, wird ethisch den gleichen Standard erreichen wie Süditalien zur Lira-Zeit.
Reich konnte man damals dort nicht mehr durch Arbeit werden, denn alles Ersparte fraßen die Politiker auf dem Wege der Inflation.
Also bleibt nur noch die Kriminalität.
Die Politiker, die die Inflation für ein "elegantes" Mittel der Staatsfinanzierung hielten, haben die Mafia möglich und groß gemacht.

Eine Abhilfe ist mit legalen Mitteln nicht mehr möglich.
Ein Ausweichen in andere Währungen wird dem arbeitenden, sparenden Teil der Bevölkerung schlicht verboten.
In einer Gesellschaft der Kriminellen können die wenigen verbliebenen Wahrhaftigen - ähnlich den Juden im Mittelalter - untereinander noch fairen Handel treiben, aber sie sind ständig zu kleinen Illegalitäten gezwungen, die sie verletzbar durch Verrat und Obrigkeitswillkür machen.

Für die, die jetzt denken, ich würde zu dick auftragen, zwei aktuelle Vorboten dieser von unseren Politikern bewusst begonnenen Entwicklung:

- Liberty Reserve war de facto ein nicht besteuertes, nicht inflationierendes, alternatives Währungssystem. War.
Die Selbstverständlichkeit, mit der die gesamte Öffentlichkeit bei dieser Affäre die Sichtweise "oooh, böse Geldwäscher!" übernommen hat, zeigt sehr deutlich, dass es in unserer antiliberalen, staatsgläubigen Gesellschaft kein Problembewusstsein dafür gibt, welche gesellschaftliche Katastrophe (Zivilisationszusammenbruch durch Inflation, wie in Süditalien oder auch bei uns 1923-1933) da auf uns zu kommt, und wie wichtig Euro-Alternativen für uns noch werden könnten.

- Bitcoin - alles Drogenhändler
Die Alternativwährung Bitcoin dient natürlich nur zum Drogenhandel, is klar, ne.
Was klar wird, ist die Stoßrichtung: Wer auch immer aus dem Papiergeld namens Euro aussteigen will, wird die "sozial gerechte" faschistische Meute am Hals haben.
"Drogenhändler!" und "Geldwäscher!" sind schon mal mögliche gedankliche Kniffe, mit denen man der Bevölkerung die Hatz schmackhaft machen kann.

Der Staat duldet keine Währungskonkurrenz.
Er würde damit ja das Privileg aufgeben, seine ehrlichen, sparenden Bürger jederzeit via Inflation berauben zu können.

Diese beiden Beispiele sind, wie gesagt, nur die Vorboten.
Das Inflationsprogramm hat ja gerade erst begonnen.

Wie schön es stattdessen sein könnte, hat Frank Schäffler bestens beschrieben:
Währungswettbewerb - was bedeutet das für Ihr tägliches Leben?

Enteignungen


Wenn die beiden ersten Mittel nicht mehr anschlagen, muss ein Politiker, der Sparen für Teufelswerk hält, dann doch ausnahmsweise zu einem unpopulären Mittel greifen: Zur direkten Enteignung.

Zum Glück für unseren sozial gerechten Politiker ist auch hierfür die Bevölkerung gedanklich bestens vorgeprägt.
Man muss die Enteignung nur "Steuer" nennen, und schon gibt es nicht nur keine Verfassungsbremse mehr, sondern auch die gesamte Öffentlichkeit wird den heiligen Kampf gegen die bösen Steuerhinterzieher zunächst eifrig mittragen.

In Griechenland dürfen jetzt schon Wohnungseigentümer eine Miete für ihre eigene Wohnung an den Staat entrichten.
Diesen Satz bitte ruhig zweimal lesen.
Ein derart eklatanter Widerspruch zu allen rechtsstaatlichen Grundsätzen ist sicher nur in Griechenland möglich, richtig?
Falsch gedacht. In Deutschland gibt es mit der sog. "Grundsteuer" ein Überbleibsel aus den finsteren Teilen der deutschen Geschichte, das man mit einfachem Bundestagsbeschluss noch nicht mal einführen, sondern einfach nur erhöhen müsste, um zur gleichen Situation zu gelangen.

Glaubt jemand ernsthaft, ein Staat würde vor direktem Raub zurückschrecken, wenn die "soziale Gerechtigkeit" (oder eine andere idealistisch klingende Blubberblase) auf dem Spiel steht?
Aber nicht doch.
Ein Staat, der kurz vor dem Machtverlust steht, wird hemmungslos um sich schlagen und jede Kupfermünze, mit der er sein finanzielles Ende noch eine Sekunde lang hinauszögern kann, ohne Federlesens rauben.

Wenn es erst einmal so weit ist, dann ist Abhilfe überhaupt nicht mehr möglich.

Um zu verhindern, dass es so weit kommt, reicht es nicht, die AfD zu wählen (die zu meinem Leidwesen als typisch deutsche Partei auch ein, zwei sozialpopulistische Sätze im Programm hat).

Nötig ist eine komplette Wiederbelebung des liberalen Grundgedankens.

Ein jeder sei seines Glückes Schmied.

Der Staat beschränke sich auf Rechtspflege und Landesverteidigung und pfusche nicht in der Sozialpolitik (dieses Wort sollte es in einem Rechtsstaat von freien Menschen gar nicht geben!) herum.

Eine minimale Grundversorgung kann es ja gerne geben.
Eine solche wäre auch zu bezahlen, ohne dass permanent "der Euro" (haha) mit ständig größer werdenden Enteignungsrunden "gerettet" werden müsste.
Aber alles andere?
Weg damit.

Mit schlanken Staaten, in denen die Menschen den Politikern ihre drei Lieblingshobbies Schulden, Inflation und Enteignung konsequent verweigern, wäre Europa nicht nur reicher, sondern auch glücklicher.

* * *
Kommentare
#1 von "": 2013-07-26 09:37
Stimme dem im Großen und Ganzen zu. Aber was interessiert das denn den deutschen Wohlstandsbürgern und deren Kollegen am unteren Ende, den Sozialhilfeempfängern? Nicht die Bohne! Jeder liegt ziemlich bequem und lässt den Staat (Gott) einen guten Mann sein. Wer kritisiert stänkert und bringt Unfrieden ins Dorf. Die ca. 30 %, die sogenannten Nichtwähler sind m.M.n. nicht der Politik überdrüssig, sondern "faule Säcke" die lieber auf der Couch liegen bleiben; pures Desinteresse. Deshalb sage ich: eine WAHLPFLICHT muss her. Wer seinen faulen Hintern nicht in Richtung Wahllokal in Bewegung setzt, der zahl eine saftige Geldstrafe. Wählen dürfen ist ein Privileg, das gefälligst auch auszuüben ist. Basta! Übrigens bin ich schon dafür, die Alternative für Deutschland zu wählen (weil es keine andere Alternative gibt). MK
#2 von "Fritz Schmude": 2013-07-26 15:42
Dass es im September 2013 keine Alternative zur Wahl der AfD gibt, ist klar! Dass da mal ja keine Zweifel aufkommen...
:-)

Das Problem des zu fetten und trägen Staates, der seinen Bürgern immer mehr Wohlstand wegfrisst, und seine eigentliche Aufgabe, nämlich die innere und äußere Sicherheit, immer mehr vernachlässigt, lässt sich mit neuen Parteien allein nicht lösen.
Plakatives Beispiel: Spaßreisen für "jugendliche" Gewalttäter.

Die Staatsverfettung ist eine europaweite Krankheit, und sie steckt in unseren Köpfen.

VG fs
#3 von "freiheit50": 2013-07-30 11:07
Bravo Fritz, ein Artikel der Spitzenklasse, der exakt meine Meinung widerspiegelt. Toll. dass du neben der umfangreichen Arbeit für die AfD auch noch für das Schreiben von derartigen artikeln Zeit findest. Herzlichen Dank.
3 Kommentare.

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