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Das freisinnige Blog von Fritz Schmude.

Unseriösität, Dein Name ist Identity Studies

2018-10-26 14:46
Heute mittag bin ich über sehr faszinierenden, morbid erheiternden, aber eigentlich sehr verstörenden Lesestoff gestolpert.

In den USA haben drei akademisch gebildete Freunde den Schwachsinn der "identity studies" ("gender studies" ist ja nur ein Teilbereich) offengelegt, indem sie absichtlich frei erfundene "Studien" in den entsprechenden wissenschaftlichen Fachzeitschriften unterbrachten. Kurzfassung: Es klappte wie am Schnürchen. In kurzer Zeit wurde das frei erfundene Institut mit den frei erfundenen ProfessorX*Innen$LGBTQWERTZUIOPs darin eine große Nummer in Sachen Gender Studies.

Der Originaltext ist in gehobenem Englisch und recht lang, hier kommen also nur die leckersten Kirschen vom Kuchen. Es sind längst nicht alle!

Der Hundepark: Ein Paper, in dem anhand wissenschaftlicher Beobachtungen an einer Hundewiese in Portland, Oregon gezeigt wurde, dass Hundeparks Vergewaltigungsverhalten begünstigen. Um Vergewaltigungsverhalten bei Menschen-Männern zu verringern, sollten Männer wie Hunde trainiert werden. Im Rahmen dieser Studie wurden angeblich auch die Geschlechtsteile von knapp 10.000 Hunden unauffällig begutachtet, während man die Hundehalter ausführlich nach ihrer eigenen Sexualität befragte.
Akzeptiert und publiziert.

Die Moon Meetings: Im Wesentlichen war das Paper der Output des "teenage angst poetry generator", einem Witz-Skript, das Versatzstücke aus Mädchen-Tagebüchern verrührt. Sinn der Einreichung war, mal die Ich-Bezogenheit vieler "sozialwissenschaftlicher" Texte aufs Korn zu nehmen.
Akzeptiert und publiziert.

Dildos: Dass Männer sich nicht dadurch selbst befriedigen, dass sie sich selbst mit Dildos anal penetrieren, liegt an "Homo-Hysterie" und an Transphobie. "Empfangende penetrative Anal-Erotik" würde die Transphobie verringern und feministische Werte befördern.
Akzeptiert und publiziert.
Auf Vorschlag eines der Reviewers wurde dabei auch der neue wissenschaftliche Fachbegriff "Trans-Hysterie" kreiert.

Die Ketten: Die nach den Kriterien der identity studies am meisten "privilegierten" Gruppen sollten in Klassenzimmern und Hörsälen am Boden sitzen müssen, und zwar in Ketten gelegt.
Hier wurde nach dem Review um Wiedereinreichung gebeten, doch kein einziger Reviewer (der Zeitschrift "Hypatia") hatte Probleme mit den Ketten.

Super-Frankenstein: AI ist gefährlich, weil sie von Männern gebaut wird. Die AI muss die Inhalte der gender studies berücksichtigen, danach kann - und muss! - sie freigesetzt werden. Laut den Reviewern ein "strong piece", es wurde aber um Überarbeitungen und Wiedereinreichung gebeten.

Mein Kampf: Kapitel 12 aus "Mein Kampf", Band 1, wurde für dieses Paper feministisch aufbereitet, sprich einfach nur mit den in dieser Wissenschaft gängigen Blabla-Wörtern angereichert. Die Überschrift des auf diese Weise besonders schnell fertig gestellten Papers lautete: "Our Struggle is My Struggle: Solidarity Feminism as an Intersectional Reply to Neoliberal and Choice Feminism"
Akzeptiert. Und. Publiziert.
(von "Affilia: Journal of Women and Social Work")

So hätte es noch lange weitergehen können. Doch das Experiment wurde abgebrochen, als die Zeitschrift "Gender, Place, and Culture", die die Geschichte aus dem Hundepark ("Human Reactions to Rape Culture and Queer Performativity in Urban Dog Parks in Portland, Oregon") schon akzeptiert und publiziert hatte, sich bei der Autorin erkundigte, ob denn sie und ihr (natürlich frei erfundenes) Institut "Portland Ungendering Research (PUR) Initiative" wirklich existierten.

Der Freundeskreis (Helen Pluckrose, James A. Lindsay, Peter Boghossian) hatte geschworen, bei der ersten derartigen Rückfrage Schluss zu machen und mit den bis dahin aufgelaufenen Beispielen an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Hypothese, dass zu viele (nicht alle!!) Akteure in der heutigen Geisteswissenschaft nicht bereit oder unfähig sind Unsinn und Wissenschaft auseinanderzuhalten, war ohnedies reichlichst belegt.

Hier der Link zum Original. Enjoy.

Academic Grievance Studies and the Corruption of Scholarship

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