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Das freisinnige Blog von Fritz Schmude.

Abschiedsvorstellung für Prof. Lucke

2019-05-20 11:46
Noch ist er einigen Leuten bekannt, der Gründer der AfD, Volkswirtschafts-Professor und Noch-EU-Abgeordnete Prof. Bernd Lucke. Nun sieht es so aus, dass die kommende Wahl zum EU-Parlament (von den Eurokraten absichtlich irreführend "Europaparlament" genannt) seine letzte Chance auf eine Fortführung seiner politischen Karriere ist.
Höchstwahrscheinlich kommt es aber zum Ende derselben.

Bei den Wahlen zum EU-Parlament gibt es noch keine 5%-Hürde. Die Altparteien haben zwar dafür gesorgt, dass es demnächst eine geben wird, aber für die EU-Wahl 2019 haben sie es noch nicht hingekriegt.
Diese Machenschaft erfolgte übrigens unter Umgehung des Bundesverfassungsgerichts, welches damals noch nicht überwiegend mit zuverlässigen Merkelanten besetzt war.

Noch kann man also, zum letzten Mal, auch kleinere Parteien wählen und ist dem bösen Spiel "Merkelanten oder AfD" nicht komplett ausgeliefert.

Die EU-Wahl 2019 wäre also eine Chance, der Minipartei LKR von Prof. Lucke und damit ihm persönlich zu einem Parlamentssitz zu verhelfen.

Nur leider, leider...
Die große geistige Selbständigkeit des Professors führt leider auch zu einer Sprunghaftigkeit, die nicht nur die alte AfD zertrümmert, sondern inzwischen fast alle ehemaligen Weggefährten vor den Kopf gestoßen hat.

Schon zu Anfang kritisierte die Nummer 2 der alten AfD, Dr. Hans-Olaf Henkel den Professor, dass man doch nicht für den Euro und nur gegen seine Rettung sein könne.
Diese damals sehr freundschaftliche Kritik ist bis heute nicht angekommen.
Tatsächlich lehnt die LKR einen Austritt Deutschlands aus dem Euro ab.
Das ist für mich einigermaßen unverständlich, denn wie scharf, wie kenntnisreich und geradezu unermüdlich kritisiert Prof. Lucke im EU-Parlament jede einzelne Eurorettungs-Maßnahme!
Nach wie vor verfolge ich die professoralen Tweets zu allerlei EU-Unsinn sehr gerne.
Warum also nicht den ganzen Weg gehen, raus aus dem Eurosystem?

Dann kann sich Prof. Lucke gemeinsam mit den Linken eine EU-weite Finanztransaktionssteuer sowie Mindeststeuern für Unternehmen vorstellen.

Gemeinsam mit der FDP bejaht er dann die "finanzielle Bestrafung" von EU-Mitgliedern, die "die Pressefreiheit verletzen".
Damit sind dann wohl die ostmitteleuropäischen Demokratien Polen und Ungarn gemeint.
Und was Pressefreiheit ist, definieren die Eurokraten, die gerade erst gemeinsam die Upload-Filter beschlossen haben und mit der Klarnamenpflicht einen weiteren Riesenschritt hin zur Zensur des Internets konkret planen?
Wo hat man in den letzten Jahren gelebt, wenn man hier nicht alarmiert ist und sogar noch zustimmt?

Dann fiel mir noch auf, dass die LKR gemeinsam mit den Schwarzrotgrünen mehr Entwicklungshilfe durch die EU möchte.
Die Unsinnigkeit, ja Schädlichkeit von "Entwicklungshilfe", wie sie in Deutschland verstanden wird, wäre Stoff für eine eigene Abhandlung, daher soll das Thema hier nicht vertieft werden.

Alles Gesagte ergibt eine nicht optimale Position der LKR in meinem Wahlomat:

Mein Wahlomat-Ergebnis zur EU-Wahl 2019


Bisher war die LKR meistens auf Platz 1 oder 2.
Dort sehe ich jetzt die FDP, die aber zu allen Europathemen komplett unwählbar ist.
Die FDP steht ja nicht nur für die "Eurorettung", die die in Deutschland arbeitenden Menschen (übrigens inklusive arbeitender Migranten) so massiv enteignet wie nie zuvor, sondern auch grundsätzlich für völlig unkritische EU-Vergötterung und konsequenterweise auch für die daraus resultierenden Übergriffe gegen alle "Feinde der EU".

Bei der im Bildchen drittplatzierten "BP" handelt es sich um die Bayernpartei.
Ja, die BP ist immerhin eine bürgerliche Partei. Allein damit hat sie in der heutigen Parteienlandschaft schon eine Sonderstellung.
Mein ehemaliger AfD-Stadtratskollege ist zur BP gegangen, weil er einen weiteren Aufstieg dieser Partei vermutet. Er könnte Recht haben.
Auch der ehemalige Lucke-Weggefährte Prof. Alexander Dilger wird diesmal die BP wählen, was ein großer Vertrauensbeweis ist, denn Herr Dilger ist geboren und wohnhaft in NRW.
Diesmal schließe ich mich der BP-Wahlempfehlung nicht an. Das kann in der Zukunft anders aussehen.
Jetzt aber sehe ich im Wirken der BP ein Aufklauben der CSU-Krümel. Dass diese in letzter Zeit reichlich fallen, ist nicht das Verdienst der BP.

Muss ich zur CSU etwas sagen? Etwas Höfliches? Gut.
Nach allem, was in den letzten Jahren passiert ist, einen 100%-Merkelanten (#Lügenmanni) aufzustellen, kann man mutig nennen.

Sorry Bernd und alle Übrigen, es wird halt doch wieder die AfD.

--
Nachtrag: Nur 2 Stunden nach meinem Durchklicken des Wahlomat wurde dieser per Gerichtsbeschluss vom Netz genommen. Angeblich verletzte er die Chancengleichheit der kleinen Parteien. Das halte ich für Unsinn, weil sogar ich in der Lage war, die kleinen Parteien dort zu finden.
Geklagt hatte der Soros-Astroturf "Volt".

* * *
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